12.05.2009

Intel forscht im Saarland

Der weltgrößte Chiphersteller Intel baut seine Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes aus. Der Konzern investiert in den kommenden fünf Jahren insgesamt rund 12 Millionen Dollar in die Errichtung eines Forschungszentrums für Visual Computing auf dem Campus der Hochschule Saarbrücken, wie Intel und die Universität am heutigen Dienstag gemeinsam mitteilten. "Wir erwarten, dass das neue Institut auf dem Gebiet des Visual Computing weitere Forschungsaktivitäten anziehen wird," sagte Ministerpräsident Peter Müller (CDU) bei der feierlichen Auftaktveranstaltung.

Am Dienstag unterzeichneten Vertreter der Universität und Intels Chief Technology Officer Justin Rattner den Gründungsvertrag für das Intel Visual Computing Institut (VCI). Das jüngste Mitglied der Intel Labs Europe soll untersuchen, wie sich lebensechte 3D-Grafik durch eine Vielzahl von Rechenkernen eines Prozessors realisieren lässt. Dazu zählen auch die Teilgebiete 3D-Internet und Mediennetzwerke, Bildverarbeitung, 3D-Scanning sowie das automatische Erkennen von Bewegungen und menschlichem Verhalten.

Intel stattet das Institut über einen Zeitraum von fünf Jahren mit 12 Millionen US-Dollar aus. Es ist damit Intels größtes Forschungsengagement in Europa und wird bis zum Jahresende etwa ein Dutzend Wissenschaftler von Intel, der Universität des Saarlands, des Max-Planck-Instituts (MPI) für Informatik, des Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme und des Deutschen Zentrums für Künstliche Intelligenz beschäftigen.

Durch die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Industrie soll die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden fünf Jahren um mehr als das Fünffache steigen. Zudem sind weitere Kooperationen mit Intels Forschungszentren für Hardware Design in Barcelona und Braunschweig geplant. Intels VCI soll sich zum Forschungsschwerpunkt für Visual Computing in Europa entwickeln.

Das Grafik-Labor der Universität des Saarlandes hat bereits in 2001 unter der Leitung von Professor Philipp Slusallek an Echtzeit-Raytracing geforscht und wurde dabei von Intel unterstützt. In den folgenden Jahren intensivierte sich die Zusammenarbeit und findet nun ihren Höhepunkt in der Gründung von Intels Visual Computing Institute. In loser Ankopplung an Intels Tera-Scale-Forschungsprogramm soll es beispielsweise Raytracing-Algorithmen für Intels kommenden Many-Core-Prozessor Larrabee entwickeln. Die Universität steuert Forschungsgebiete aus der Bioinformatik zur Visualisierung komplexer Moleküle und der Architekturvisualisierung bei. (Manfred Bertuch) / (dpa)